Erläuterungen zum Kapitel "13.1 Wie funktioniert das Internet?"


Das Kapitel ist eigentlich als Anleitung zum Selbststudium gedacht, mit dem Film aus dem Hause "Sendung mit der Maus" bekommt ihr einen guten Einstieg. Der Hinweis, dass sich das Internet am besten selbst erklärt, ist nicht nur eine rhetorische Floskel, sondern trifft den Kern der Sache. Mit Google und Wikipedia lassen sich heutzutage eigentlich sämtliche Verständnisfragen zum Internet mehr als hinreichend beantworten. Trotzdem möchten wir euch eine knappe Zusammenfassung mit Glossar zu den zentralen Begriffen der drei Grafiken im Kapitel 13.1 nicht vorenthalten. Jede der drei Grafiken stellt einen Teilschritt des Vorgangs dar, wenn ich im Internet eine Webseite abrufen möchte. Die Begriffe sind übrigens noch mit den entsprechenden Wikipedia-Einträgen verlinkt.


Abb.

13.1.1: Verbindungsaufbau

Im ersten Teilschritt geht es darum, zwischen dem Rechner zuhause und dem Internet eine Verbindung herzustellen. Dafür muss ich zunächst einmal mit meinem Provider kommunizieren, damit er mir den Zugang zur Verfügung stellt. Ich tu das, indem ich mich mit meinen Kundendaten (Login und Passwort) bei ihm anmelde (Useridentifikation). Sobald ich mich korrekt angemeldet habe, weist er mir eine IP-Adresse zu und stellt mir seine Infrastruktur für den Datentransfer zur Verfügung. Der Verbindungsaufbau ist nicht nur die Voraussetzung für den Abruf einer Webseite im Internet, sondern er ist auch für sämtliche anderen Internetdienste (wie Chat, Mail, VoIP, etc.) erforderlich.


Provider: Häufig auch ISP abgekürzt, für Internte Service Provider. Ist ein in der Regel kommerzieller Internet-Anbieter, der unterschiedliche Dienstleistungen verkauft. Die zwei wichtigsten Dienste sind: 1. Das Zur-Verfügung-Stellen einer Internetverbindung mit je nach Angebot unterschiedlicher Bandbreite. Diese Dienste werden vor allem von Telekom- und Kabelnetzbetreibern verkauft. 2. Das Zur-Verfügung-Stellen von Webservern, um eine Website zu hosten. Diese Anbieter bezeichnet man meist als Host.

IP-Adresse: Ist eine Zahlenkombination, die sich entweder aus vier oder sechs Zahlen zwischen 0 und 255 zusammensetzt und einem ans Internet angeschlossenen Gerät zur eindeutigen Identifikation (Adressierung) dieses Geräts zugewiesen wird (Entspricht im Film der Wartenummer von Armin.) Die IP-Adressen sind für die Zustellung der Daten notwendig. Sobald ein Rechner über eine eigene IP-Adresse verfügt, ist er im Internet nicht nur für die von ihm gewünschten Dienste erreichbar (Hacker, Viren etc.) und sein Datenverkehr ist von dritten (Provider, Staatsschutz etc.) beobachtbar.

Authentifizierung: Damit der Provider sicher stellen kann, dass niemand Unberechtigtes seine Dienste in Anspruch nimmt, muss ich mich als sein Kunde zu erkennen geben, indem ich mich mit den von ihm gelieferten Kundendaten anmelde. Dieser Vorgang ist die Voraussetzung dafür, dass ich eine IP-Adresse zugewiesen bekomme. Provider können sowohl dynamische, in bestimmten Zeitabständen wechselnde, als auch statische, einem bestimmten Nutzer fix zugewiesene IP-Adressen vergeben, wobei es für sie günstiger kommt, die Adressen dynamisch je nach Bedarf zu verteilen.

Abb.

13.1.2: DNS-Lookup

Wenn ich eine Webseite mit meinem Browser aufrufen möchte, muss ich diesem die Adresse der Webseite angeben. In der Regel mach ich ich das, indem ich eine sogenannte Domain (z.B. "www.webdesignkurs.ch") eingebe. Die tatsächliche Adressierung von Datenpaketen im Internet findet jedoch nicht über die Domains, sondern über die IP-Adressen statt. Daher schickt mein Browser zunächst eine Anfrage an einen DNS-Server, der - vergleichbar einer Telefonauskunft - die Domain-Namen in Zahlen der IP-Adresse übersetzt.

Jeder Provider ist verpflichtet bei sich selber zwei DNS-Server einzurichten und mit diesen die DNS-Anfragen der eigenen KundInnen zu beantworten. Sollten diese DNS-Server eine Domain und ihre zugehörige IP-Adresse nicht kennen, dann leiten sie die Anfrage weiter an den zuständigen Top-Level-DNS-Server, der sämtliche Domains und IP-Adressen seiner Top-Level-Domain kennt. In der Schweiz ist das z.B. die Switch (www.switch.ch); sie verwaltet alle Domains, die auf .ch oder .li enden.


Domain: Unter einer Domain versteht man die Adresse einer Website, wie man sie im Browser eingibt. Also z.B. "www.webdesignkurs.ch". Die Domain setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, so der Top-Level-Domain (in unserem Beispiel ".ch"), der Second-Level-Domain (in unserem Beispiel "webdesignkurs") und der Third-Level-Domain (in unserem Beispiel "www"). Letztere wird häufig auch als Subdomain bezeichnet, da man mit ihr Unterbereiche innerhalb der Second-Level-Domain unterscheiden kann. Anhand der Domain-Namen lassen sich Webdienste gezielt abrufen.

DNS (-Server): DNS steht für Domain Name System, also die Organisation der Internet-Domains bzw. die Aufteilung des Namensraums, der im Internet zur Adressierung zur Verfügung steht. DNS-Server verfügen über umfangreiche Datenbanken und beantworten die Frage, welche Domain welcher IP-Adresse zugeordnet ist. Wie erwähnt, gibt es neben den bloss für Auskünfte zuständigen DNS-Servern der Provider noch weitere DNS-Server wie die Top-Level-Domains-Server, die für die übergeordnete Verwaltung und Koordination der Domains zuständig sind.

Router: Sind kleine Rechner/Geräte, die an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Intranetzen für den korrekten Datentransfer sorgen, indem sie prüfen, ob und wohin ein Datenpaket verschickt werden soll, und indem sie in der Kooperation mit anderen Routern nach den geeignetsten Wegen suchen.

Abb.

13.1.3. Abruf der Webseite

Sobald mein Browser die korrekte IP-Adresse erhalten hat, schickt er die eigentliche Anfrage zum Abrufen der Webseite ins Internet. Dabei wird die Anfrage über die verschiedenen Router von einem Intranet zum nächsten weiter geleitet, bis sie schliesslich bei dem Webserver mit der entsprechenden IP-Adresse ankommt. Dort wird die gefragte Datei (meist ein HTML-Dokument) ausgelesen und wieder mittels der Router an den Browser zurück geschickt.

Wenn der Browser die HTML-Datei erhält, muss er sie nur noch im Browserfenster darstellen. Das macht er, indem er den HTML-Quellcode in die darzustellende Browseransicht übersetzt.


Webserver: Ein Webserver ist ein Computer, der in der Regeln mit einer fixen IP-Adresse ans Netz gehängt ist, und auf dem ein Serverprogramm läuft, das Clientanfragen (z.B. von Browsern) beantworten kann, indem es die gewünschten Dateien ausliest und dem Client schickt. Das heisst, dass der Server ebenfalls als Speicherort für die zu einer Webseite gehörigen Dateien dient.

Browser: Ein Browser ist eine Software, die dem Lesen und Darstellen von Webseiten dient. Sie wird auf dem Rechner des Internetnutzers installiert und über die Eingabe von Web-Domains in die Adresszeile bedient. Es ist wichtig zwischen dem Browser als Programm und zwischen den im Browserfenster dargestellten Webseiten (z.B. Google) klar zu unterscheiden. Beispiele von gängigen Browsern sind der Internet Explorer, Firefox, Safari, Opera etc. Sie alle beherrschen die Syntax von HTML (und Javascript und noch einiges mehr), um den HTML-Quellcode von HTML-Dokumenten korrekt zu übersetzen und in der gewünschten Weise zur Darstellung zu bringen.

 

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